Sonja Hallmann - Groth

2007: Seelenfenster

 

Wege nach innen

 
Das eigene Feuer am Leben erhalten,
um es in anderen entzünden zu können.
 
Und manchmal springt ein Funke zurück.
Die Lebendigkeit und Lautstärke bei der Arbeit mit Heranwachsenden
eintauschen gegen die kreative Stille des Ateliers: Wege nach innen.
 
Reisen
- als kleine Fluchten aus dem Alltag gedacht,
schenken sie mir die Begegnung mit Menschen
und ihren großen und kleinen Lebenswelten.
 
Lesen
- Gedichte, bildhafte Poesie der Sprache,
ein Extrakt, der die Seele berührt: (m)ein Weg nach innen.
 
Musik
- wenn alle Türen nach innen verschlossen scheinen,
dann finde ich über Klang und Meditation
einen Weg nach innen.
 
Unterschiedlich und vielschichtig sind meine Wege nach innen
auf der Suche nach Vergangenheiten, welche die Zukunft tragen.
Jede Spur (m)eines Lebens hat und braucht ihren eigenen künstlerischen Ausdruck.
 
 
 
Bei der Vorbereitung eines Projektes mit türkischen und deutschen Schülern anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Niğde – Melle entstanden Reliefs aus Ton, die ich nach dem Brand zurückhaltend farbig fasste:
Ein vertrautes Material aus Studientagen in neuem Kontext.

 

>> siehe hierzu die Reliefs 2006/2007 von Sonja Hallmann-Groth <<

 

Die Rückkehr zu alten Gewohnheiten – Lesen, Musik, Meditation – ließ Pastelle und Plastiken aus Speckstein und Alabaster entstehen. An Stelle einer Beschreibung meiner Intentionen sei hier das folgende Textzitat von Paul Mercier aus seinem „Nachtzug nach Lissabon“ angeführt:
 
 
 
... so kenne ich keine Gewissheit,
die größer sein könnte als diese:
Dass alles menschliche Tun
nur höchst unvollkommener,
geradezu
lächerlich hilfloser Ausdruck
eines verborgenen inneren Lebens
von ungeahnter Tiefe ist,
das an die Oberfläche drängt,
ohne sie auch nur
im entferntesten
erreichen zu können.