2010: habe ich mich auf den weg gemacht

„Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“. Torsi aus Papieren, deren Oberflächen in unterschiedlichster Manier bearbeitet und veredelt werden, sind (m)ein Versuch, diesen niemals enden wollenden Pfad in Formen zu fassen.

Der Schaffensprozess der lebensgroßen Papierfiguren ist – wie so viele unserer alltäglichen Handlungen auch – stereotyp in seinen Wiederholungen: Papiere reißen, einweichen, Leim ansetzen, Papiere eintauchen, Torso abformen. Ebenso wie die die namenlosen Schaufensterpuppen im Verlauf ihres Verwendungsdaseins unzählige äußere Veränderungen erfahren haben, ebenso ergeht es einem jedem Individuum im Laufe seines Lebens. Die verschiedenen Oberflächenbearbeitungen und Werkstoffe bieten vielfältige Assoziationsmöglichkeiten.

In ihrer gleichbleibenden Form und Größe stehen die Figuren als Metapher für Gedanken und Fragen, individuell und doch von allgemeiner Natur:

• Allzu oft unterwerfen wir uns der Alltagshektik, einem Rollenspiel oder dem Streben nach einem fragwürdigen Schönheitsideal – Wer hindert uns, diesen Zwängen zu entfliehen?

• Allzu schnell vergessen wir, dass die äußere Hülle nur eine solche bleibt, solange wir nicht nach inneren Werten streben.

• Auch wenn wir uns vermeintlich für stark halten, so sind wir verletzlich, verletzend, fehlbar, vergänglich.